Willy Brandt und die APO – eine kurze Einführung in die Online-Dokumentation
In diesem Jahr gilt das Interesse vieler historisch-politisch interessierter Bürger den Ereignissen rund um das Jahr 1968. Für die BWBS lag es daher nahe, über ihr Internet-Portal einem breiteren Publikum einige Dokumente zur Reaktion Willy Brandts auf die Jugendunruhe der damaligen Zeit und die Außerparlamentarische Opposition zugänglich zu machen.
Als kurzer Einstieg in das Thema dient ein Auszug aus Wolther von Kieseritzkys Einleitung zu Band 7 der Berliner Ausgabe (Text Nr. 1). Es folgen sieben Dokumente aus Brandts Hand, in denen er sich mit APO, Studentenprotesten und gesellschaftlichem Wandel beschäftigt. Hierin eingeschlossen ist eine Erklärung des SPD-Präsidiums (Text Nr. 3). Hier firmiert der SPD-Vorsitzende zwar nicht als Autor, doch gibt der Beitrag auch Brandts Haltung wieder.
Das letzte Schriftstück (Nr. 9) gehört im engeren Sinne zwar nicht mehr zur Reaktion auf „1968“ doch setzt sich Brandt hier mit den Positionen der Jungsozialisten auseinander, deren „Linkswende“ 1969 zu den bedeutendsten Ergebnissen des politischen Wandels in der Bundesrepublik vor rd. 40 Jahren gehörte. Eine Aufnahme in die Dokumentation erschien daher sinnvoll.
Den Abschluss bildet als Sonderbeitrag eine Reflektion von Peter Brandt über das Verhältnis seines Vaters zur Jugendradikalisierung der späten sechziger Jahre (Nr. 10). Als einstiger Aktivist der APO und heutiger Historiker erwecken Peter Brandts Ausführungen besonderes Interesse.
Die in dieser Dokumentation verfügbaren Texte wurden bereits an verschiedenen Orten publiziert und sind urheberrechtlich geschützt. Im Zusammenhang gelesen und studiert bieten sie eine hervorragende Möglichkeit, Willy Brandts überaus differenzierte Reaktion auf das Jahr "1968“ nachzuvollziehen.