Willy-Brandt-Biografie
Hintergrund
Juni 1944

Adam von Trott zu Solz

Am 24. Juni 1944 bekommt Willy Brandt in seiner Wohnung in Hammarbyhöjden überraschenden Besuch von einem schwedischen Bekannten, der einen Fremden mitbringt. Dieser stellt sich als Adam von Trott zu Solz vor. Da der Name Brandt unbekannt ist, dauert es eine Weile, bis er Vertrauen fasst. Trott zu Solz gehört dem Kreisauer Kreis an und sucht Unterstützer für eine Regierung nach Hitler. Er nennt kaum Namen aus dem Widerstand und verschweigt auch seine eigene Rolle, aber er spricht von einem bevorstehenden Anschlag auf Hitler und von der Möglichkeit, dass Julius Leber Chef einer neuen Regierung werde könne. Auf die Frage des Besuchers, ob Brandt sich einer solchen Regierung zur Verfügung stellen würde, sagt dieser ohne Zögern zu.

Zwei Tage später treffen sich Brandt und Trott zu Solz noch einmal. So kommt es zu einem intensiven Gedankenaustausch zwischen den Hitler-Gegnern, den Brandt später „zu den anregendsten und bedeutendsten während der Kriegsjahre“ zählt. Eine weitere Zusammenarbeit erscheint jedoch zu gefährlich, da Gerüchte über den Aufenthalt des Deutschen in Schweden kursieren. Nur zwei Monate später wird Adam von Trott zu Solz wegen seiner Beteiligung am Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 zum Tode verurteilt und hingerichtet werden.




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