Antrag auf Enteignung der Fürstenhäuser
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Eine von zahlreichen Demonstrationen erwerbsloser Frauen für die Enteignung (Transparent: 2 Mio Erwerbslose - 1,2 Milliarden für Fürsten) |
Am 19. Januar 1926 beschließt der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD), gemeinsam mit den Kommunisten im Berliner Reichstag einen Antrag zu stellen, nach dem die deutschen Fürstenhäuser auf der Grundlage eines Volksentscheides entschädigungslos enteignet werden sollen. Die fürstlichen Besitztümer waren in der Revolution 1918/19 zwar beschlagnahmt, jedoch nicht enteignet worden. Da die Weimarer Verfassung in Artikel 153 das Privateigentum garantiert, fordern die Fürsten seit Jahren die freie Verfügungsgewalt über ihren Besitz zurück sowie hohe finanzielle Entschädigungen für entgangene Gewinne. Viele unter sozialer Not leidende Deutsche reagieren darüber entrüstet. Der Volksentscheid wird am 20. Juli scheitern. Daraufhin werden sich die meisten Reichsländer mit „ihren“ Fürstenhäusern auf finanzielle Entschädigungen verständigen.