Hintergrund
Dezember 1932

Berufung Kurt von Schleichers zum Reichskanzler

 
© Simon Wiesenthal Center
Die Brüder Otto und Gregor Strasser führen bis 1932 den linken Flügel der NSDAP. Obwohl ebenso rassistisch und antisemitisch eingestellt wie der Rest der Partei, opponieren sie in einigen politischen Positionen gegen Hitler, weshalb Gregor von seinen Parteifreunden ermordet wird, während es Otto gelingt in die Schweiz zu fliehen.







Der 3. Dezember 1932 beschert dem Deutschen Reich den dritten Reichskanzler innerhalb eines Jahres: An die Stelle Franz von Papens, der fest mit seiner Wiederberufung gerechnet hatte, setzt Reichspräsident Paul von Hindenburg den bisherigen Reichswehrminister Kurt von Schleicher in das Amt des Regierungschefs ein.

Schleicher plant, zur Überwindung der politischen Krise eine parteienübergreifende Gewerkschaftsfront zu bilden, die sich vom linken Flügel der NSDAP bis zur SPD erstrecken soll. Mit dem Ziel, die nationalsozialistische Bewegung zu spalten, unterbreitet der neue Reichskanzler Gregor Strasser (1892-1934) das Angebot, den Nationalsozialisten die Vizekanzlerschaft sowie einige wichtige Ministerien zu überlassen. Strasser, Chef des linken Flügels der NSDAP, zeigt sich durchaus offen für das Angebot, zu dem auch die Zusage gehört, endlich mit wirkungsvollen Maßnahmen gegen die katastrophale Arbeitslosigkeit vorzugehen. Als Hitler von der Haltung Strassers erfährt, erleidet er vor versammelter Parteispitze einen Tobsuchtsanfall. Strasser wird zum Rücktritt von allen Parteiämtern gezwungen.



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