Bundestagswahlkampf 1965
Auch im Bundestagswahlkampf 1965 rollt „eine neue Welle feindlicher Flüsterpropaganda“ (Peter Merseburger) auf Willy Brandt zu. „Die Diffamierungskampagne gegen Brandt war größer und wirksamer als vor vier Jahren“, resümiert sein Freund und Berater Egon Bahr in seinen Memoiren. Zu den vielfältigen Boshaftigkeiten, derer sich nicht nur Franz Josef Strauß befleißigt, meint er: „Christlich war das nicht. Es gibt eine Mischung aus Gemeinheit, Heuchelei und Infamie, die hilflos macht, besonders Menschen, denen die Natur eine empfindsame Seele gegeben hat, von einer robusten Schale kaum geschützt.“
Zum ersten Mal engagieren sich namhafte Intellektuelle im Wahlkampf: Im von Günter Grass initiierten „Wahlkontor deutscher Schriftsteller“ schmieden Friedrich Christian Delius, Peter Schneider, Marianne Eichholz und andere Wahlkampfparolen für die SPD. Im September setzen sich 62 Prominente wie Ernst Bloch, Alexander Mitscherlich, Marie-Luise von Kaschnitz und Erwin Piscator in großformatigen Anzeigen für eine sozialdemokratische Bundesregierung ein.
Wie schon 1961 legt Willy Brandt an die 50.000 Kilometer zurück und sucht den direkten Kontakt zum Wähler. Und er sagt Sätze, die später seine Außenpolitik charakterisieren werden: „Wir brauchen den Frieden im Innern und nach außen, den Frieden in Deutschland und für Deutschland.“ Und: „Die Stunde wird nie kommen, in der wir nachträglich den Zweiten Weltkrieg gewinnen.“
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© AdsD der Friedrich-Ebert-Stiftung Kampf um die Wähler mit harten Bandagen: Wahlwerbung der CSU im Bundestagswahlkampf 1965 |