Deutscher Herbst

 
 
 

Nachträglich entstandene Bezeichnung für die Zeit der Ereignisse im Herbst 1977 in der Bundesrepublik, in der der Arbeitgebersprecher Hanns-Martin Schleyer von der RAF entführt wurde, um inhafitertierte RAF-Mitglieder freizupressen. Als die Bundesregierung auf mehrere Forderungen der Terroristen nicht eingeht, wird die Lufthansamaschine „Landshut“ vom palästinensischen Terrorkommando „Martyr Halimeh“ enführt, um den Druck auf die Bundesregierung zu erhöhen. Die Maschine kann von der GSG 9 gestürmt und die Geiseln befreit werden, wohingegen bis auf einen Entführer alle Terroristen getötet werden. Die Bundesregierung erklärt weiterhin, sich nicht von Terroristen erpressen zu lassen. Am 18. Oktober 1977 werden die RAF-Mitglieder Baader, Ensslin und Raspe tot in ihren Zellen aufgefunden. Einen Tag später wird Hanns-Martin Schleyer von der RAF erschossen.
Diesen Angriff auf den Rechtsstaat und die Diskussion um die Priorität der Maxime des Staates über Menschenleben bezeichnete Helmut Schmidt als „die schwerste Krise des Rechtsstaats seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland“.

Siehe auch
Baader, Andreas
Ensslin, Gudrun
RAF
Raspe, Jan-Carl
Schleyer, Hanns-Martin
Schmidt, Helmut