Willy-Brandt-Biografie
April 1940

Flucht aus Oslo

Der 8. April 1940 ist ein stolzer Tag im Leben Willy Brandts. An diesem Tag hält er das erste Exemplar seines Buches Stormaktenes krigsmål og det neye Europa (Die Kriegsziele der Großmächte und das neue Europa) in Händen. Abends zeigt er es seiner Lebensgefährtin Carlota Thorkildsen, die ihn wiederum mit der Nachricht überrascht, dass sie schwanger sei.

Ein Telefonanruf am nächsten Morgen ändert die Situation grundlegend. Ein Bekannter teilt Brandt mit, dass deutsche Schiffe in norwegische Hoheitsgewässer eingedrungen sind und die Invasion in vollem Gange ist. Für ihn wie für zahlreiche andere Emigranten bedeutet das höchste Gefahr, denn mit der Wehrmacht kommt die Gestapo nach Norwegen. Die Versenkung des modernsten deutschen Kriegsschiffes, der „Blücher“, im Oslofjord mitsamt der an Bord befindlichen Akten über Hitler-Gegner in Norwegen gibt Brandt wertvolle Stunden, in denen er die Hauptstadt verlassen und nach Norden fliehen kann. Die schwangere Carlota bleibt bei Freunden zurück. Die kleine Auflage von Brandts erstem Buch wird wenig später auf Befehl der Gestapo von seinem Verleger eingestampft werden.

 



Glossar

Suche

Lesen Sie auch:
 Tod Ernst Reuters
 Verbrecher und andere Deutsche
 Familienleben in Schweden

Kontakt | Impressum | Sitemap | Startseite

© 2005 Bundeskanzler- Willy- Brandt- Stiftung