Godesberger Parteitag
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© Willy-Brandt-Archiv Willy Brandt spricht auf dem Godesberger Parteitag |
Schon nach der verheerenden Wahlniederlage 1953, spätestens aber nachdem die CDU in der Bundestagswahl 1957 die absolute Mehrheit erreicht hat, wird in der SPD über ein neues Grundsatzprogramm diskutiert, das die Partei für neue Wählerschichten öffnen soll. Willy Brandt fürchtet eine zu starre theoretische Festlegung und spricht sich für flexible Aktionsprogramme aus. Noch im September 1959 zweifelt er daran, dass sich „haltbare Grundsätze für eine politische Partei in dieser sich wandelnden Welt formulieren“ lassen.
Auf einem außerordentlichen Parteitag in Bonn-Bad Godesberg vom 13. bis 15. November 1959 wird das von Willi Eichler und Heinrich Deist verfasste Grundsatzprogramm der SPD mit überwältigender Mehrheit angenommen: Von 340 Delegierten stimmen nur 16 mit Nein. Auch Willy Brandt und die meisten Berliner Sozialdemokraten geben ihre Zustimmung.
In seinem Buch „Begegnungen und Einsichten“ formuliert Brandt 1976, welche Notwendigkeiten für die Sozialdemokratie er damals mit dem Godesberger Programm verband: „Wir mußten ideologischen Ballast abwerfen, eine moderne Wirtschaftpolitik formen und zugleich deutlich machen, daß die Sicherheit des Staates und das Verhältnis zu den Verbündeten bei uns in guten Händen sein würden.“ Er unterstützt das neue Programm, weil es seinen Vorstellungen eines freiheitlich-demokratischen Sozialismus entspricht.
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© Willy-Brandt-Archiv Original Redemanuskript (Detail) |