Gründung des Völkerbundes
Am 28. April 1919 beschließen die Alliierten in Paris die Gründung des Völkerbunds, dessen Satzung Bestandteil des Versailler Friedensvertrages sein wird (Artikel 1 bis 26). Zunächst treten die 32 Siegermächte des Ersten Weltkrieges (die Alliierten) sowie 13 neutrale Staaten der ersten Weltorganisation mit Sitz in Genf bei. Bis 1937 folgen 21 weitere Länder.
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© Deutsches Historisches Museum, Berlin
Amerikanische Postkarte anlässlich der Gründung des Völkerbundes |
Die Vereinigten Staaten – durch ihre bedeutende Rolle im Weltkrieg zur Weltmacht aufgestiegen – lehnen ihre Mitwirkung im Völkerbund ab und ziehen sich für die nächsten 20 Jahre außenpolitisch zurück (Isolationismus). Österreich, der Nachfolgestaat der zerfallenen Donaumonarchie, tritt dem Völkerbund 1920 bei; Deutschland – dank der umsichtigen Politik von Außenminister Gustav Stresemann – schließlich 1926. Der Völkerbund kann in den ersten Jahren seiner Tätigkeit auf humanitärem Gebiet und zu Gunsten des nationalen Minderheitenschutzes große Erfolge verzeichnen. Seine wichtigste Aufgabe sieht er in der Erhaltung und Sicherung des Friedens. Die expansiven territorialen Bestrebungen der Diktatoren Hitler und Mussolini, die zum Zweiten Weltkrieg führen werden, wird die Vorgängerorganisation der UNO jedoch nicht verhindern können.