Potsdamer Konferenz
Am 17. Juli 1945 kommen die „Großen Drei“ – Kreml-Führer Josef Stalin, US-Präsident Harry S. Truman als Nachfolger des im April verstorbenen Franklin D. Roosevelt sowie der britische Premierminister Winston S. Churchill, der Ende Juli von Clement R. Attlee abgelöst wird, in Potsdam zu einer weiteren Konferenz zusammen, um über die Neuordnung Europas und das künftige Schicksal Deutschlands zu beraten.
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© Viadrina
Der Konferenztisch im Schloss Cecilienhof in Potsdam |
Im „Potsdamer Abkommen“, das am 2. August unterzeichnet wird und dem Frankreich weniger Tage später unter Vorbehalt beitritt, vereinbaren die drei Staatsmänner die Demokratisierung, Entmilitarisierung und "Entnazifizierung" (Umerziehung) sowie die Dekartellisierung und Dezentralisierung Deutschlands. Uneinigkeit besteht über die Zukunft der Ostgebiete des Deutschen Reiches. Eigenmächtig hat Stalin bereits vor der Konferenz in den Territorien jenseits von Oder und Lausitzer Neiße eine polnische bzw. sowjetische Verwaltung eingerichtet. Die Westalliierten erkennen die „Oder-Neiße-Linie“ schließlich de facto an, die endgültige Festlegung der deutschen Grenzen soll jedoch erst in einem Friedensvertrag erfolgen.
Besonders folgenschwer ist der Beschluss (Artikel 13) über die „Überführung“ der noch in Polen, der Tschechoslowakei und in Ungarn verbliebenen deutschen Bevölkerung „in ordnungsgemäßer und humaner Weise“ nach Deutschland. Die bereits angelaufene Vertreibung von über zwölf Millionen Menschen wird damit legalisiert.