Präsident des Abgeordnetenhauses von Berlin
Am 11. Januar 1955 wählt das Berliner Abgeordnetenhaus Willy Brandt einstimmig zu seinem Präsidenten. Es ist das erste bedeutende Amt seiner politischen Karriere. „Präsident des Abgeordnetenhauses“, so schreibt Brandt in „Mein Weg nach Berlin“, „das war auf Grund der Berliner Nachkriegstradition ein ehrenvolles Amt mit der Möglichkeit mancher politischen Wirkung über den Rahmen der eigenen Partei hinaus. Aber es war auch ein Ehrenamt, trotz der starken zeitlichen Inanspruchnahme“.
Die unabhängige wie auch die bürgerliche Presse „engagiert sich mit Elan“ (Peter Merseburger) auf Brandts Seite. Und dieser nutzt die Gelegenheit, um seinen Bekanntheitsgrad zu steigern und sich zum Sprecher Berlins zu machen. Trotz dieser Ambitionen bleibt er stets loyal gegenüber dem Regierenden Bürgermeister. Da Otto Suhr jedoch gesundheitlich angeschlagen ist, nimmt Brandt immer häufiger dessen Rolle als erster Repräsentant der geteilten Stadt ein.
Willy Brandt wird in den Augen der Berliner zunehmend zu einem würdigen Erben seines Mentors und politischen Vorbilds: „In Berlin hatte mein Wort Gewicht bei großen Teilen der eigenen Partei, aber nicht nur dort. In mancher Besprechung, auf mancher Kundgebung wurde ich an Ernst Reuter gemessen. Das war eine Ermutigung und eine Verpflichtung zugleich.“

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© Willy-Brandt-Archiv im AdsD der FES Die SPD Berlin-Wedding, für die Willy Brandt für das Abgeordnetenhaus kandidiert hatte, stellt ihre erfolgreichen Abgeordneten vor
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