Willy-Brandt-Biografie
Februar 1966

Redneraustausch zwischen SPD und SED

Am 11. Februar 1966 veröffentlicht das „Neue Deutschland“ einen offenen Brief der SED an die Delegierten des SPD-Parteitages in Dortmund. Darin wird die Schaffung eines Gremiums „für die offene Aussprache der Deutschen aus Ost und West“ vorgeschlagen.

In ihrer Antwort fordert die SPD einen offenen Austausch zwischen allen im Bundestag und in der Volkskammer vertretenen Parteien. Die SED erklärt sich zu gemeinsamen Veranstaltungen in Chemnitz, damals Karl-Marx-Stadt, und Hannover bereit. Für die SPD sollen neben dem Parteivorsitzenden, Willy Brandt, der Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Fritz Erler, und der Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Gesamtdeutsche und Berliner Fragen, Herbert Wehner, als Redner auftreten.

Um den Funktionären der SED die Einreise in die Bundesrepublik zu ermöglichen, beschließt der Bundestag ein Gesetz, das sie befristet von der Strafverfolgung durch die bundesdeutsche Justiz wegen der Toten an der innerdeutschen Grenze freistellt. Die Parteiführung in Ost-Berlin spricht von einem „Handschellengesetz“ und sagt den Redneraustausch am 29. Juni auf einer Pressekonferenz ab.

© Haus der Geschichte, Bonn
Karikatur zum gescheiterten Redneraustausch: Willy Brandt hält vergeblich Ausschau nach den Rednern der SED


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