Revisionismus-Debatte

 
 
 

Bezeichnung für den Richtungsstreit innerhalb der Sozialdemokratie zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Vertreter des Revisionismus (Eduard Bernstein) versuchten zentrale Aussagen des Marxismus umzudeuten und interpretierten den bestehenden Staat als mögliches Instrument der Arbeiterschaft zur Verwirklichung ihrer Ziele in einem legalen Rahmen. Über Kompromisse mit den herrschenden Eliten sollte die Lage des Proletariats schrittweise verbessert werden.
In Deutschland wiesen sowohl die Parteilinke in der SPD (Luxemburg/Liebknecht) als auch das marxistische Zentrum (Kautsky/Bebel) den Revisionismus zwar theoretisch zurück, in der politischen Praxis der Sozialdemokraten setzte er sich jedoch zunehmend durch, wie etwa die Zustimmung zu den Kriegskredite im Ersten Weltkrieg und die spätere Regierungsbeteiligung der SPD zum Ausdruck bringt.

Siehe auch
Bebel, August
Liebknecht, Karl
Luxemburg, Rosa
SPD