Strauß, Franz Josef

Franz Josef Strauß
* 6. September 1915
in München
  3. Oktober 1988
in Regensburg

Beruf
Deutscher Politiker

(© Bundesarchiv)
 

Überblick
1935-1939 Studium der Altphilologie, Geschichte und Volkswirtschaft in München
1939-1945 Soldat im Zweiten Weltkrieg, Mitglied im Nationalsozialistischen Deutschen Studentenverbund (NSDStB) und Funktion als „Nationalsozialistischer Führungsoffizier“ (NSFO)
1945 Von den amerikanischen Besatzern als politisch unbelastet eingestuft wird er zum stellvertretenden Landrat in Schongau. Mitgliedschaft bei der CSU
1948 Mitglied des Wirtschaftsrates der Bizone in Frankfurt a.M.
1949-1952 Generalsekretär der CSU, 1949 Leiter des bayrischen Landesjugendamtes
1949-1979 Mitglied des Bundestages
1952/53 Leiter des Ausschusses der EVG im Deutschen Bundestag
1953-1955 Bundesminister für besondere Aufgaben im zweiten Kabinett Adenauer, 1955/56 Bundesminister für Atomfragen
1956-1962 Bundesverteidigungsminister, treibt verstärkt den Aufbau der Bundeswehr voran
1956-1984 Verleihung der Ehrendoktorwürde von acht Universitäten und Ehrenbürgerschaft einiger Städte
1961-1988 Vorsitzender der CSU
1962 FIBAG-Affäre und „Spiegel“-Affäre führen zu einer schweren Regierungskrise. Strauß verweigert zwar seinen sofortigen Rücktritt, erklärt aber (auf politischen Druck hin), der nächsten Regierung Adenauers nicht mehr als Minister zur Verfügung zu stehen
1963-1966 Als Vorsitzender der CSU-Landesgruppe im Bundestag treibt er eine Umstrukturierung der Partei an
1966-1969 Strauß wird in Kurt Georg Kiesingers Kabinett Bundesfinanzminister. Zur Überwindung der Rezession arbeitet er eng mit dem SPD-Wirtschaftsminister Karl Schiller zusammen („Plisch und Plum“)
1969-1972 In Opposition zur sozialliberalen Koalition kritisiert er vehement den Kurs der Regierung, v.a. Brandts Neue Ostpolitik, ganz im Gegensatz zu Rainer Barzel
1975 Reise nach China, wo er zur Überraschung aller von Mao Tse-tung empfangen wird. 1977 Reise nach Chile, wo er sich wohlwollend über Pinochets Militärdiktatur äußert, und die Sekte „Colonia Dignidad“ besucht
1976 Beim Wahlkampf für die bevorstehende Bundestagswahl treten deutlich Differenzen zur CDU hervor
1978-1988 Als bayrischer Ministerpräsident legt er seinen politischen Schwerpunkt auf die Wirtschaft
1979 Strauß kann sich gegen Helmut Kohls Favoriten als Kanzlerkanditat durchsetzen. Sein Misserfolg bringt ihn zum Verzicht auf sein Bundestagsmandat, er meldet sich aber weiterhin zu Wort
1982 Strauß bleibt als Ministerpräsident in Bayern und lehnt Ministerposten unter der Regierung Kohl ab; er übt aber weiterhin heftige Kritik an der Bundesregierung, v.a. an Hans-Dietrich Genschers Außen- und Sicherheitspolitik
1983 Wendet sich nun doch der DDR zu, gewährt Militärkredite und trifft sich mit Erich Honecker
1987 Verzichtet wieder auf sein Mandat und einen Posten, mischt aber weiterhin verbal mit, insbesondere kritisiert er Kohls Abrüstungspolitik
März 1987 Treffen mit Honecker, der weitere Zugeständnisse zu Ausreiseerlaubnissen und Familienzusammenführungen macht. Im Dezember des Jahres trifft er sich mit Michail Gorbatschow
3. März 1988 Zwei Tage nach einem Herzanfall stirbt Strauß im Krankenhaus in Regensburg

Sonstiges
Willy Brandt über Franz Josef Strauß: „Ohne ihn wäre die deutsche Politik langweiliger gewesen“

Siehe auch
Adenauer, Konrad
EVG
Gorbatschow, Michail
Honecker, Erich
Kiesinger, Kurt Georg
Kohl, Helmut
Mao, Tse-tung
Neue Ostpolitik
NSDStB
NSFO
Pinochet, Augusto
Schiller, Karl
Sozialliberale Koalition
Spiegel-Affäre