Willy-Brandt-Biografie
Hintergrund
Oktober 1953

Trauerkundgebung für Ernst Reuter

Am 1. Oktober 1953 nehmen die Sozialdemokraten mit einer großen Kundgebung Abschied von Ernst Reuter. Seine Witwe Hanna bittet Willy Brandt, die Trauerrede zu halten. Eine Bitte, der Willy Brandt gerne nachkommt, kann er so doch nicht nur die Verdienste seines Mentors und politischen Vorbilds würdigen, sondern auch seinen eigenen Anspruch auf die Nachfolge Reuters deutlich machen.

Brandt bezeichnet den verstorbenen Regierenden Bürgermeister als „Lehrer, Mahner und guten Freund zugleich“ und hebt dessen Fähigkeit hervor, „schwierige Dinge auf einen einfachen Nenner zu bringen, ohne sie zu verflachen. … Man hat dich manchmal einen überschwänglichen Optimisten genannt. Was wäre wohl aus diesem Berlin geworden ohne unbeugsamen Willen und ohne Glauben, der Berge zu versetzen vermag!“

Der Ort der Kundgebung in Berlin-Charlottenburg wird zwei Tage später in „Ernst-Reuter-Platz“ umbenannt.

Gemeinsam mit dem Politikwissenschaftler Richard Löwenthal veröffentlicht Willy Brandt 1957 das Buch „Ernst Reuter – ein Leben für die Freiheit“. Das Buch, so Brandt, „ist gewiss kein Bestseller geworden, aber ich habe durch diese Arbeit für mein eigenes Wirken viel gelernt.“




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