Willy-Brandt-Biografie
November 1969

Unterzeichnung des Atomwaffensperrvertrages

Nachdem die Kuba-Krise die Welt im Oktober 1962 an den Rand eines Atomkrieges geführt hatte, intensivierten die Supermächte USA und UdSSR ihre Abrüstungsbemühungen. Zu den ersten Erfolgen gehörte die Unterzeichnung des Vertrags über die Nichtverbreitung von Kernwaffen durch die Vereinigten Staaten, die Sowjetunion und Großbritannien am 1. Juli 1968 in Moskau.

In der Großen Koalition war der so genannte Atomwaffensperrvertrag heftig umstritten. Außenminister Willy Brandt riet Bundeskanzler Kiesinger mehrmals zur Unterschrift, weil er bei einer fortgesetzten Weigerung eine neue außenpolitische Isolierung der Bundesrepublik fürchtete. In CDU und CSU sahen hingegen viele die Gefahr einer Degradierung Deutschlands zu einer Macht zweiter Klasse, wenn man sich den Besitz von Atomwaffen auf Dauer versagte.

Am 28. November 1969, einen Monat nach der Wahl Willy Brandts zum Bundeskanzler, unterzeichnet die Bundesrepublik Deutschland den Atomwaffensperrvertrag, der am 5. März 1970 in Kraft tritt. Mit dem Bonner Beitritt zum Vertrag beseitigt die sozial-liberale Koalition eines der größten Hindernisse auf dem Weg zu einer neuen Ostpolitik.



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