Versailler Vertrag

Friedensvertrag von Versailles
Vertragsabschluss
28. Juni 1919 in Versailles
 

Vertragspartner
Belgien, Bolivien, Brasilien, Kuba, Equador, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Guatemala, Haiti, Hedschas, Honduras, Italien, Japan, Liberia, Nicaragua, Panama, Peru, Polen, Portugal, Rumänien, serbisch-kroatisch-slowenischer Staat, Siam, Tschechoslowakei, Uruguay, USA und Deutschland

Ziel
Europäische Nachkriegsordnung zwischen den Siegermächten und Deutschland

Vertragsgegenstand
Kriegsschuld: In Artikel 231 (Kriegsschuldartikel) wurde die alleinige Kriegsschuld des Deutschen Reichs und seiner Verbündeten konstatiert.
Territoriale Bestimmungen: Deutschland musste zahlreiche Gebiete abtreten (Nordschleswig an Dänemark, die Provinzen Westpreußen und Posen sowie das oberschlesische Kohlerevier an den neuen Staat Polen, das Hultschiner Ländchen an die neu gebildete Tschechoslowakei, Elsass-Lothringen an Frankreich, das Gebiet Eupen-Malmedy an Belgien). Das Saargebiet und die Stadt Danzig wurden dem Völkerbund unterstellt, genauso wie der gesamte deutsche Kolonialbesitz. Eine Vereinigung Deutschlands mit Österreich wurde untersagt.
Militärische Bestimmungen: Deutschland wurden weitgehende Beschränkungen auferlegt (unter anderem Verbot der allgemeinen Wehrpflicht, Zulassung nur einer Berufsarmee mit maximal 100.000 Mann, Verbot von schweren Waffen, Verkleinerung der Marine, Verbot des Wiederaufbaus der Luftwaffe, Entmilitarisierung des Rheinlands).
Politische und wirtschaftliche Bestimmungen: Deutschland wird zu Reparationszahlungen an die Siegermächte verpflichtet. Die Höhe der Geld- und Sachleistungen wurde erst später festgesetzt.
Völkerbund: Der Vertrag sah die Gründung eines Völkerbunds vor.

Bedeutung
Der Versailler Vertrag beendete formell den Ersten Weltkrieg zwischen dem Deutschen Reich und den Siegermächten. Er ist der wichtigste der Pariser Vorortverträge.
Die Mehrheit der Deutschen betrachtete den Versailler Vertrag während der Weimarer Republik als „Schandfrieden“, als „Schanddiktat von Versailles“ und forderte seine Revision. Sie negierte die deutsche Kriegsschuld und imaginierte sich als Opfer der Siegermächte.
Von revanchistischer Seite wird bis heute behauptet, der Versailler Vertrag habe zwangsläufig zum Aufstieg Hitlers geführt. Tatsache ist, dass der Erste Weltkrieg für das Deutsche Reich relativ glimpflich ausging, was auch ein Vergleich mit dem deutsch-russischen Frieden von Brest-Litowsk zeigt.

Siehe auch
Friede von Brest-Litowsk
Reparationen
Tschechoslowakei
Völkerbund
Weimarer Republik