Währungsreform in den drei Westzonen
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Quelle: goethe.de
In endlosen Schlangen und auch unter widrigen Witterungsbedingungen stehen die Westdeutschen für ihr „Kopfgeld“ an |
Die Schuldenlast des Deutschen Reiches ist infolge des Zweiten Weltkrieges bis 1945 auf die unvorstellbare Summe von ca. 380 Milliarden Reichsmark angewachsen. Das Geld hat seinen Tauschwert verloren. Die Menschen behelfen sich durch Tausch von „Ware gegen Ware“, der sich zumeist auf den „Schwarzmärkten“ abspielt. Nur dort können – häufig zu sehr hohen Preisen – äußerst knappe Nahrungsmittel und Güter des täglichen Bedarfs eingetauscht werden. Die Durchführung einer Währungsreform ist daher die unabdingbare Voraussetzung für den wirtschaftlichen Wiederaufstieg und damit für die Hoffnung auf eine bessere Zukunft: Am 20. Juni 1948 wird in den drei Westzonen die Reichsmark als Währung abgelöst und durch die Deutsche Mark (DM) ersetzt. Der „Währungsschnitt“ erfolgt im Verhältnis 10:1. Dazu erhält jeder Bewohner der „Westzonen“ 60 DM „Kopfgeld“, von denen 40 DM sofort ausgezahlt werden. Über Nacht füllen sich – zum großen Erstaunen der Westdeutschen – die Auslageflächen der Läden. Das Geld ist wieder etwas wert. Und fortan haben die Bürger wieder mit einem altbekannten Problem zu kämpfen: Geldsorgen.

Beginn der Berliner Blockade
Wenige Tage nach der Währungsreform in den drei westlichen Besatzungszonen wird die D-Mark auch im amerikanischen, britischen und französischen Sektor von Berlin eingeführt. Daraufhin blockieren die Sowjets am 24. Juni 1948 den freien Zugang zur Stadt und fordern die Westmächte ultimativ auf, sich aus der ehemaligen Reichshauptstadt zurückzuziehen. Die Berliner Blockade beginnt. Alle Personen- und Gütertransporte von und nach Berlin werden unterbrochen. Die Freiheit der Menschen im Westteil der Stadt steht auf dem Spiel.
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© LlGC/NLW
Aus Sicht der Karikaturisten ist die Luftbrücke (Berlin Obstacle Race = Berliner Hindernislauf) für den betagten, aber vitalen Uncle Sam vor allem eine sportliche Herausforderung |
Die USA und Großbritannien richten eine Luftbrücke ein. Mit Transportflugzeugen, die im Volksmund „Rosinenbomber“ genannt werden, versorgen sie West-Berlin mit Lebensmitteln, Rohstoffen und Waren des täglichen Bedarfs. In rund 200.000 Einsätzen werden ca. 1,5 Millionen Tonnen Versorgungsgüter in die belagerte Stadt transportiert. Die Berliner Bevölkerung hält dem sowjetischen Druck über 11 Monate stand. Die Sowjets werden schließlich einlenken und die Blockade am 12. Mai 1949 beenden.