Wahl Kurt Schumachers zum SPD-Vorsitzenden
Am 9. Mai 1946 wird Kurt Schumacher auf dem SPD-Parteitag der drei Westzonen in Hannover zum Parteivorsitzenden gewählt. Schumacher war als Reichstagsabgeordneter während der Weimarer Republik als entschiedener Gegner der Nationalsozialisten, die ihn nach der Machtübergabe für zehn Jahre in Konzentrationslagern inhaftieren. Nach Kriegsende begann er in Hannover sofort mit dem Wiederaufbau der SPD.
 |
© AdsD
Alfred Nau, Herbert Kriedemann, Erich Ollenhauer, Kurt Schumacher, Willi Knothe und Fritz Heine (v.l.n.r.) auf dem SPD-Parteitag in Hannover, 1946 |
Kompromisslos lehnt Schumacher jede Zusammenarbeit mit der KPD in den Westzonen und der neu gegründeten Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) ab. Zugleich versucht er, die Basis seiner Partei zu erweitern, um sie für alle demokratischen Kräfte attraktiv zu machen. Heftige Kritik übt der SPD-Vorsitzende an der Politik der Besatzungsmächte, die nach seiner Auffassung Kandidaten der bürgerlichen Parteien für Schlüsselstellungen in Politik, Wirtschaft und Verwaltung regelmäßig bevorzugen.