Willy-Brandt-Biografie
Hintergrund
Dezember 1940

Zu Besuch beim norwegischen Widerstand

Im Dezember 1940 hat Willy Brandt Gelegenheit, aus seinem schwedischen Exil nach Norwegen zu fahren und sich ein Bild von der Lage in dem besetzten Land zu machen. Finanziert wird die Reise von der Norwegischen Arbeiterpartei. Unter einem Vorwand verschaffen sich Brandt und sein Freund Inge Scheflo eine Besuchserlaubnis für die Grenzregion. Eine schwedische Militärstreife, die mit den norwegischen Antifaschisten sympathisiert, führt sie auf Schleichwegen durch das Sperrgebiet. Nach fünf Stunden Fußmarsch erreichen sie die Stadt Halden. Von dort fahren Brandt und Scheflo am Morgen des 22. Dezember mit dem Zug nach Oslo.

Da die Gestapo nach ihm sucht und in Verhören auch Bekannte nach ihm ausgefragt hat, ist Brandt mit seinem norwegischen Pass und einem frisierten Ausweis des Arbeiderbladet-Redakteurs Konrad Knudsen ausgestattet. In der Wohnung eines Journalisten trifft er mit einem führenden Mann des Widerstandes zusammen: Einar Gerhardsen, der zwischen 1945 und 1965 dreimal zum norwegischen Ministerpräsident gewählt werden wird. Mit Gerhardsen tauscht sich Brandt über die Chancen des Widerstands aus.

Neben diesen politischen Aktivitäten liegt Brandt aber auch noch Privates am Herzen. Zum ersten Mal sieht er seine im Oktober geborene Tocher Ninja. Am 3. Januar kehrt Brandt auf demselben Weg, auf dem er gekommen ist, wieder nach Stockholm zurück.




Suche

Lesen Sie auch:
 Familienleben in Schweden
 Ins zweite Exil

Kontakt | Impressum | Sitemap | Startseite

© 2005 Bundeskanzler- Willy- Brandt- Stiftung